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Vorstellung der Regionalbereichsbeamten

Kriminaloberkommissar Geralf Fähsing und Polizeihauptkommissar Heiko SundhausUmstritten war und ist sie immer noch – die Polizeireform in Sachsen-Anhalt, beinhaltet diese doch die Schließung der lokalen Polizeireviere, was bei den Bürgerinnen und Bürgern zu einem Vertrauensverlust in ihre künftige Sicherheit führte. Die Polizeiverwaltung soll verschlankt werden, die Polizisten sollen wieder vermehrt auf die Straße geschickt werden.

Die Reform wird seit Juli unter anderem durch den Einsatz von Regionalbereichsbeamten umgesetzt. Regionalbereichsbeamte, kurz RBB – was sind das eigentlich? In Kommunen bis 30.000 Einwohner, worunter auch Blankenburg (Harz) zählt, werden zwei RBB eingesetzt. Je weiteren 10.000 Einwohnern kommt ein RBB zusätzlich zum Einsatz. Die Betreuungsbereiche richten sich dabei nach den Gemeindestrukturen. „Polizei wird wieder fühlbar“, so Innenminister Holger Stahlknecht. Sie sollen den Kontakt zu den Kommunalverwaltungen, Schulen, Vereinen und Unternehmen pflegen.

Zu den geplanten 305 RBB wird es in Sachsen-Anhalt 56 Streifenbereiche geben. Rund 115 Funkwagen werden rund um die Uhr unterwegs sein, sichern Soforteinsätze und zeigen Präsenz.

Seit dem 1. Oktober 2014 sind sie in Blankenburg (Harz) im Einsatz: Kriminaloberkommissar Geralf Fähsing und Polizeihauptkommissar Heiko Sundhaus. Polizeioberrat Dietmar Schellbach, seit September Leiter des Polizeireviers Harz und somit direkter Vorgesetzter der RBB, und Hauptkommissar Gerhard Schochardt stellten die beiden in Blankenburg (Harz) ansässigen RBB Bürgermeister Hanns-Michael Noll vor und gaben einen ersten Überblick über die künftigen Tätigkeiten.

Bis geeignete Räumlichkeiten gefunden werden, sind die beiden RBB im alten Revierkommissariat in der Herzogstraße 11 untergebracht. Wünschenswert wäre eine räumliche Nähe zur Stadtverwaltung – speziell zum Fachbereich Recht, Ordnung und Soziales – gewesen, was sich aber leider bisher nicht umsetzen ließ. Wichtig ist, dass die beiden Ordnungshüter erst einmal einsatzbereit sind.

Trotz aller Kritik im Vorfeld an der Polizeireform freut sich Noll, dass die Arbeit nun aufgenommen wird, wünscht unseren RBB viel Erfolg bei der neuen Tätigkeit, vor allen Dingen einen guten Umgang mit der Bevölkerung und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, welche voll hinter den Beamten steht. Die bisherige gute Zusammenarbeit mit der örtlichen Polizei soll auch mit den neuen Kollegen so fortgesetzt werden. Noll wünscht sich kurze Wege im Sinne des Bürgers und des Staates.

Leicht wird es nicht. Zwei Regionalbereichsbeamte für eine Stadt mit ca. 22.000 Einwohnern – besonders in der Anfangszeit wird sich herausstellen, welche logistischen Schwierigkeiten es zu bewältigen gilt, sei es bei Projekttagen in Kitas und an Schulen oder bei größeren Veranstaltungen wie zum Beispiel Schützenfesten in den Ortsteilen, die eventuell auch parallel laufen. Gerade bei größeren Veranstaltungen ist man künftig auf gegenseitige Hilfe der RBB der benachbarten Städte angewiesen. Ab dem Jahr 2015 sind gute Absprachen zu den Terminen erforderlich, um eine Überlagerung weitestgehend auszuschließen.

Geplant sind Fußstreifen – sowohl in der Kernstadt, als auch in den Ortsteilen vormittags und nachmittags. Es soll eine Polizei zum Ansprechen werden. Die RBB sind ein wichtiges Instrument – die „Kümmerer vor Ort“. Sie haben das Ohr an der Basis, sind Ansprechpartner für Bürger, Kinder, Touristen…

Wenn Sie nicht gleich vor Ort helfen können, nehmen sie die Probleme auf und geben diese weiter. Als vollwertige Polizeibeamte sollen sie das Sicherheitsgefühl heben. Sie werden Präventionsthemen anbieten und hierzu Referenten organisieren, sind der verlängerte Arm in der Stadt, werden aber auch zum Beispiel Verkehrsverstöße aufnehmen. Gemeinsame Streifen mit dem Ordnungsbereich sind angedacht. Sie sollen das, was mit herkömmlichen Polizeistationen nicht oder nur bedingt möglich war, umsetzen.

Erste Erfahrungen seit der sukzessiven Umsetzung der Reform seit Juli zeigen, dass die RBB positiv – gerade bei der ländlichen Bevölkerung – aufgenommen werden. Der Spruch „Die Polizei – dein Freund und Helfer“ gewinnt wieder an Bedeutung. Die RBB werden als „unsere Polizei“ wahrgenommen. Es ist jemand zum Ansprechen vor Ort, jemand, den man fragen kann, wenn man noch lange keine Anzeige erstatten möchte, aber dennoch ein Anliegen hat und „es gerade mal passt“.

In die Notrufverteilung über Magdeburg und in polizeilichen Soforteinsätzen sind die RBB nicht involviert. Hierfür sind die Einsatzdienste der Polizeireviere zuständig.

Man mag mit einem Augenzwinkern an die Abschnittsbevollmächtigten – ABV – aus längst vergangenen Zeiten denken, jedoch ist die Tatsache, dass beide RBB Blankenburger sind und sich daher bestens „in ihrem Revier“ auskennen, ein gutes Argument für ihren Einsatz und lässt zuversichtlich nach vorn in eine vertrauensvolle und bürgernahe Zusammenarbeit blicken.

Derzeit sind die RBB noch unter der alten Rufnummer 03944 9100 zu erreichen. Welche Durchwahlen sie künftig haben werden, wird sich noch entscheiden, auch werden in Kürze Diensthandys beschafft.



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