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Städtepartnerschaft mit Wolfenbüttel nun endgültig besiegelt

DSC03032.JPG25 Jahre Deutsche Einheit – 25 Jahre Freundschaft. Dies wurde auf Anregung des Wolfenbütteler stellvertretenden Bürgermeisters und Ratsmitglieds Heinz-Rainer Bosse zum Anlass genommen, aus dieser Freundschaft eine echte Städtepartnerschaft werden zu lassen.

Im Rahmen des Blankenburger Altstadtfestes wurde bereits am 4. Juli die erste der beiden Partnerschaftsurkunden unterzeichnet. Begleitet wurde die Zeremonie von einer kleinen Talkrunde und dem Auftritt der von den Wolfenbüttelern mitgebrachten „Golden Strings“ aus den USA, welche das Publikum verzauberten.

Nun – genau am Tag der Deutschen Einheit – wurde auch die zweite Urkunde unterzeichnet. Am 3. Oktober fand im Wolfenbütteler Schloss der feierliche Akt statt. Neben Ratsmitgliedern beider Städte fanden sich unter den rund 80 Gästen auch aus Blankenburgs Partnerkommunen Herdecke die Stiftsdame Elke Bojarra sowie Landrat Lech Janicki und die Kreistagsvorsitzende Marianna Powązka aus dem polnischen Landkreis Ostrzeszów in Wolfenbüttel ein.

Im Foyer des Schlosses unterhielt die Wolfenbütteler Band „Dixie Fire“ die Gäste beim Sektempfang. Im Theatersaal wurde der offizielle Teil durch eine Diashow mit Bildern der Wende- und Anfangszeit der Freundschaft begleitet.

Wolfenbüttels Bürgermeister Thomas Pink begrüßte die Gäste und blickte auf die Wendezeit aus seiner persönlichen Sicht zurück. Am 9. November 1989 – er schaute das Achtelfinale, Stuttgart gegen Bayern - 3:0, anschließend Kaiserslautern gegen Köln. Danach verkündet Nachrichtensprecher Hanns-Joachim Friedrichs den Satz „Die Tore der Mauer stehen weit offen.“

Im Landkreis Wolfenbüttel war es am Morgen des 12. November 1989 soweit: die Grenze zwischen Mattierzoll und Hessen wurde geöffnet. Es folgten ab 1990 die ersten Besuche in Blankenburg (Harz), es entwickelte sich die Freundschaft – nicht nur seitens der Verwaltungen sondern auch verschiedener Vereine. Die Zeit ist nun reif – und dies sei ihm eine Herzensangelegenheit, aus der Freundschaft eine Partnerschaft zu machen.

Blankenburgs Bürgermeister Heiko Breithaupt ließ Revue passieren, wie er als Kind die erste Fahrt nach der Wende nach Wolfenbüttel erlebte. Als Kegler war er in den letzten Jahren schon oft mit Wolfenbüttel in Kontakt – nun wird er mindestens in der gleichen Intensität auch im politischen und im Verwaltungswirken darauf aufbauen. „Es liegt nicht an den Schlagzeilen in großen Tageszeitungen – es liegt an den Menschen, die Partnerschaften, Freundschaften leben. Und das ist unsere große Aufgabe.“

Heinz Dieter Eßmann war zur Wendezeit Bürgermeister von Wolfenbüttel. Bei den ersten Schritten zur Städtefreundschaft dabei, wusste er einige Eindrücke der damaligen Besuche zu vermitteln, die ihm besonders im Gedächtnis blieben.

Die wirkliche Wiedervereinigung hat aus seiner Sicht bei jedem Einzelnen persönlich angefangen. Jeder von den rund 80 Mio. Bürgern hat sein persönliches Wiedervereinigungserlebnis, hat durch seine persönlichen Erfahrungen das eingebracht, was so eine Wiedervereinigung braucht – nämlich Herzenswärme, ein Bekenntnis, „Ja“ zu sagen – bei all den Schwierigkeiten, die vorhanden waren. Es hat sich in den 25 Jahren etwas entwickelt, was nicht mehr zu trennen ist. An die beiden Bürgermeister gewandt, gratulierte er zu dem Akt der Freundschaft, der an diesem Tag vollzogen wird. Er wünscht allen, dass die Pflege der Freundschaft von allen Seiten ernst genommen wird.

Auf die Wendezeit und den damit einhergehenden Schwierigkeiten aus der Sicht des einzigen Stadtdirektors Blankenburgs blickte Manfred Rohrbach in seiner Rede zurück. Er musste etwas aufbauen, ohne die rechtliche Grundlage hierfür zu haben, ohne das Wissen hierfür. Im Nachhinein war das sogar eigentlich gut, erinnerte er sich. Die Harzer Dickköpfe, wie er es bezeichnete, kämpften sich durch. Ohne die Unterstützung und das Verwaltungswissen von Thomas Pink wäre das damals sehr schwer gewesen. Nahezu wöchentlich seien damals Verwaltungsmitarbeiter aus Blankenburg nach Wolfenbüttel gefahren, um alles über die Kameralistik zu lernen und den Haushalt aufzubauen.

Aber auch die anderen Freundschaftsstädte unterstützten. Herdecke unterstützte im Sozial- und Gesundheitsbereich. Die Idee des GVS, des Gemeinnützigen Vereins für Sozialeinrichtungen, wurde hier übernommen. Georgsmarienhütte als wirtschaftsstarker Standort unterstützte in Sachen Wirtschaftsförderung. Meerbusch gab den Anstoß im Verwaltungshandeln – kommunale Selbstverwaltung musste erst gelernt werden.

Trotz der Unterstützung, von der Blankenburg profitierte, waren die Freundschaften aber keine Einbahnstraßen. Nicht nur wir, sondern auch die Partner lernten dabei.

Wie selbstverständlich heute Freiheit und offene Grenzen bei der Nachwendegeneration seien, merkte er sichtlich ergriffen an, als er erwähnte, dass sein Sohn beispielsweise im polnischen Kraków studiere. Eines aber merkte er im Zusammenhang mit der derzeitigen Situation an: „Der Vorteil – wir waren ein Volk mit einer Kultur und einer Sprache. Was heute vor uns als Aufgabe liegt, bezogen auf die Integration der Flüchtlinge, diese Aufgabe ist noch viel größer.“

Es schloss sich die Unterzeichnung der Urkunde an. Waren die Freundschaftsurkunden aus dem Jahr 1990 hinsichtlich der Motivgestaltung unterschiedlich – der Blankenburger Maler Hans-Joachim Denecke gestaltete die in Wolfenbüttel verbliebene Urkunde mit einer Szene um das Blankenburger Rathaus, die Blankenburger Urkunde hingegen mit einer Ansicht der Wolfenbütteler Altstadt – unterscheiden sich die nun unterzeichneten Partnerschaftsurkunden hinsichtlich der Unterschrift. Die Blankenburger Urkunde unterzeichnete am 4. Juli Blankenburgs damaliger Bürgermeister Hanns-Michael Noll, während die Wolfenbütteler Urkunde vom nun amtierenden Bürgermeister Heiko Breithaupt unterschrieben wurde. Dafür sind nun die Motive identisch.

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Thomas Pink überraschte mit einem Pferd aus der Fürstenberger Porzellanmanufaktur und einem Bild von Wolfenbüttels Marktplatz. Ihm überreichte Heiko Breithaupt einen großen Keramikteller, eigens angefertigt von Töpfermeister Uwe Schellbach. Auch Lech Janicki ließ es sich nicht nehmen und überbrachte Geschenke mit den Worten, die Freunde seiner Freunde seien auch seine Freunde.

Bevor es zum gemütlichen Teil des Tages überging, wurde das neue Denkmal „Drei Bäume für Deutschlands Einheit“ vor dem Wolfenbütteler Bahnhof besucht und durch die Bürgermeister und Landrat Lech Janicki angegossen. Als weiteres Symbol der Partnerschaft wird die direkt danebengelegene Bahnhofsbrücke künftig Blankenburg-Brücke heißen.

Zu einem Gegenbesuch am 31. Oktober lud Heiko Breithaupt die Wolfenbütteler ein, um dann hier einen Baum als Symbol der Städtepartnerschaft zu pflanzen.

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