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Das Herbergsmuseum - Historische Gesellenherberge

Das 1684 errichtete Fachwerkhaus ist von 1884 bis 1916 Herberge für zünftig reisende Handwerksgesellen sämtlicher Gewerke gewesen. Heute stellt es die einzige historische Gesellenherberge Deutschlands dar, die museal erschlossen ist. Neben dem einstigen Herbergsmilieu mit Innenhof, Stall, Waschküche, Küche, Logierzimmer und Restaurationszimmer zeigt es eine thematische Ausstellung zur Wanderschaft der Handwerksgesellen. Dokumente, Abbildungen und Sachzeugen geben Einblick in das mit der Gesellenwanderschaft verbundene traditionelle Brauchtum. Eine weiterführende Materialsammlung sowie eine Bibliothek des Handwerks ergänzen die Ausstellung.

In Zusammenarbeit mit der Zunft der rechtschaffenden fremden Gesellen, dem Rolandschacht, dem Fremden Freiheitsschacht, der Gesellschaft der Freien Vogtländer Deutschlands, dem Schacht Axt & Kelle sowie dem Freien Begegnungsschacht gibt es Auskünfte über die zünftige Walz der Gegenwart. Vorgestellt wird auch die C.C.E.G. (Confederation Compagnonnages Européens - Europäische Gesellenzünfte). Ihr gehören Zunftvereinigungen mehrer Länder an. Seit 1978 ist sie vom Europarat mit beratendem Statut ausgestattet und beim Tribunal d'Instance de Strasbourg eingetragen. Regelmäßige zünftige Europatreffen unterstreichen den weltoffenen Charakter der jahrhundertealten Gesellenwalz. Auf dem Kopenhagener Treffen 1963 sagte der dänische Außenminister Per Haekkerup: "Die reisenden fremdgeschriebenen Handwerker" waren die ersten echten "Europäer".

Exponate aus dem Nachlass zweier Nordharzer Zimmerergesellen belegen die Walz Anfang des 20. Jhd. durch Deutschland, Italien, Österreich und die Schweiz. Der reisende Blankenburger Maurergeselle August Winnig wurde zum Parlamentarier und Schriftsteller; von 1918 bis 1920 hatte er als Politiker persönlichen Anteil an der Entwicklung der außenpolitischen Beziehungen Deutschlands zu Estland, Lettland und Sowjetrussland. Der reisende Schlossergeselle Wilhelm Schmidt (1858-1924) aus Wegeleben wurde zum weltweit anerkannten Ingenieur und Erfinder.

Adresse:
Bergstraße15
38889 Blankenburg (Harz)

Telefon:
03944 365007

Telefax:
03944 368319

E-Mail:
herbergsmuseum@web.de

Öffnungszeiten:
montags  bis freitags von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Außerhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung



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