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Thiepark

Thiepark mit SpringbrunnenZu den schönsten Plätzen Blankenburgs und auch seiner Umgebung zählt unzweifelhaft sein Thie mit den schattigen Lindenalleen, dem frischen Grün seines Rasens, dem duftenden Blütenschmuck im Monat Mai und dem herrlichen Blick auf die nahen Harzberge. Zugleich gehört aber das Thie (Das Geschlecht des Wortes „Thie“ wechselt bereits im Mittelalter) auch zu denjenigen Stätten unserer engeren Heimat, die von alters her mit der Geschichte der Stadt eng verknüpft sind, ja selbst vor Gründung der Blankenburg von größter Bedeutung für die hiesige Gegend waren...

(Auszug aus „Blankenburgs Thie im Spiegel der Zeiten“, von G. Sander)

Schon in vorkarolingischer Zeit versammelten sich Hundertschaften auf der unter dem Schutz der Götter stehenden Gerichts- und Versammlungsstätte auch Thingstätte genannt.

An der Stelle des 1877 eingeweihten Gymnasiums standen zwei altehrwürdige Linden, unter ihnen wurde Gericht abgehalten und über Leben und Tod entschieden. Hier pflegten später die Kaiser, sooft sie diese Gegend besuchten Ämter und Würden zu verleihen und Recht zu sprechen für jedermann.

Gegen Ende des 12. Jahrhunderts wurde "das Thie" zum Schauplatz kriegerischer Ereignisse. Es war in den Kämpfen zwischen dem Kaiser Friedrich Barbarossa und Heinrich dem Löwen, als das kaiserliche Heer 1181 auch gegen Blankenburg heranzog.

Im 30 jährigen Krieg wurde "das Thie" zu einem Tummelplatz. Es lagerten hier die wilden Horden Wallensteins, das zusammengelaufene Gesindel und andere. Herzog Ludwig Rudolf ließ im Jahre 1717 in der Nähe des Thieparkes ein zweites Schützenhaus bauen, das besonders für die Hoffeste bestimmt war. Zugleich wurden auf seine Veranlassung durch den Hofgärtner Falke die beiden Lindenalleen gepflanzt. Der Platz in der Mitte zwischen den beiden Alleen wurde, da ja „das Thie“ Eigentum der gesamten Bürgerschaft war, weiter als Trocken- und Zimmerplatz, zum Heutrocknen und zur Viehweide benutzt, diente aber auch dem Herzog als eine geeignete Stätte für seine glänzenden Hoffeste und Feuerwerke.

Anlässlich der 700 Jahrfeier von Blankenburg im Jahr 1937, wurde von den damaligen Stadtwerken eine Springbrunnenanlage für den Thiepark gestiftet. Mitte der achziger Jahre erfolgte die Rekonstruktion einer Lindenallee und in den Jahren 1991 bis 1994 wurden die inzwischen desolaten Wege saniert, der Springbrunnen erneuert und Randbereiche umgestaltet.



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