Adolf Just - Pionier der Naturheilkunde: - www.blankenburg.de

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Mai 2013
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Event - Highlights

Am: Samstag, 25.05.2013 um 17:00 Uhr.

Liebeskampf - Ein Schauspiel für die Liebe

im Großen Schloss

Am: Sonntag, 26.05.2013 um 11:00 Uhr.

Sonntagsführung

durch das Kloster "Wenn er Vermögen hat...
... soll er es vorher an die Armen verteilen oder es in einer feierlichen Schenkung dem Kloster vermachen."

Weitere Infos: Sonntagsführung
Am: Sonntag, 26.05.2013 um 15:00 Uhr.

Kurkonzert

mit der "Fröhlichen Magdeburger Akkordeon-Band"
Eintritt: 2,00 € (Mit dem Blankenburger Urlaubsticket ist der Eintritt frei.)

Von: Freitag, 31.05.2013
Bis: Sonntag, 02.06.2013

Countryfest

20 Jahre 1. Blankenburger Country-Club e.V.
auf dem Festplatz (ehemaliger Jahnsportplatz, Neue Halberstädter Straße/Ecke Friedensstraße)
ab 17.00 Uhr Linedance-Workshop mit Lothar und Viola
ab 19.00 Uhr Linedanceparty mit DJ Dieter aus Braunschweig

Weitere Infos: Countryfest
Am: Samstag, 01.06.2013

Gartenfest

in der Glasmanufaktur Harzkristall in Derenburg
10.30 Uhr musikalischer Auftakt im Theatron
11.30 Uhr feierliche Einweihung - Aufgang Hüttengarten
11.45 - 15.00 Uhr musikalische Streifzüge durch den Hüttengarten
mit "The Sax Puppets", "Zebra Stelzentheater", "Post- und Telekomchor Halberstadt" und dem "Spielmannszug Veckenstedt"
moderiert von Steffen Heuseler (Radio Brocken)

Weitere Infos: Gartenfest
Von: Sonntag, 02.06.2013 um 11:00 Uhr.
Bis: Sonntag, 02.06.2013 um 17:00 Uhr.

Hoffest 2013

Familie Münchhoff lädt zum Hoffest "Auf der Schäferei" (Schlossstraße 52 im Ortsteil Derenburg) mit Chorkonzerten, Vorträgen, Schafschur und vielem mehr.

Weitere Infos: Hoffest 2013
Von: Samstag, 08.06.2013
Bis: Sonntag, 09.06.2013

Schützenfest SV Derenburg

Samstag, 08.06.
20.00 Uhr Schützenball mit DJ Mario (Eintritt: 3,00 €)
Sonntag, 09.06.
08.45 Uhr Treffen auf dem Markt
11.00 Uhr Schützenfrühstück im Rehtal mit Blasmusik
11.30 - 14.00 Uhr Ausschießen der Volkskönige
14.30 Uhr Proklamation der Majestäten 2013

Von: Freitag, 28.06.2013
Bis: Sonntag, 30.06.2013

Traditionelles Schützenfest in Börnecke

Freitag, 28.06.
Eröffnung mit der Schützenversammlung im Dorfgemeinschaftshaus
Samstag, 29.06.
09.00 Uhr Frühschoppen
nachmittags Gästeschießen mit Kaffeetafel und Festumzug
20.00 Uhr Disco im Dorfgemeinschaftshaus
Sonntag, 30.06.
09.00 Uhr Frühschoppen mit Ausschießen der Schützenkönige 2013
15.30 Uhr Proklamation der Schützenkönige 2013
19.00 Uhr Disco im Dorfgemeinschaftshaus

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Adolf Just - Pionier der Naturheilkunde:

Stapelburg/Friedrichsdorf. Zu Beginn seines Schaffens von der medizinischen Gemeinde angefeindet, ja als Scharlatan geächtet, gilt Adolf Just heute als Pionier der modernen Naturheilkunde. Sein Buch "Kehrt zur Natur zurück!" gilt als Standardwerk, die von ihm 1896 gegründete Naturheilanstalt Jungborn als wegweisend. Wer war dieser Mann, der bereits vor über 100 Jahren eine Lebensweise im Einklang mit der Natur propagierte, die noch heute aktuell ist?

Adolf Just wurde am 8. August 1859 als ältestes von zwölf Kindern in Lüthorst geboren, einem Dorf bei Einbeck in der damaligen Provinz Hannover. Die Eltern bewirtschafteten einen Bauernhof und eine kleine Gastwirtschaft. Schon als Kind mußte Just mit anpacken, da sich die Familie vollständig von dem ernährte, was sie erwirtschaftete. Auch ihre Kleidung stellten die Justs aus Flachs und Wolle selbst her - eine Erfahrung, die Adolf Just in seinem späteren Leben als Naturheilkundler prägte.

Dem Ortspfarrer Georg Klein, Onkel und Erzieher von Wilhelm Busch, erkannte das geistige Potenzial des Kindes und wirkte auf den Vater ein, damit Adolf Just das RealGymnasium in Goslar besuchen konnte. Da eine Nervenschwäche ein Studium unmöglich machte, ergriff Just einen praktischen Beruf und begann eine Buchhändlerlehre in Leipzig, die er in einer renommierten Buchhandlung in Braunschweig abschloss. Seine Begabung machte ihn zum Leiter und später zum Mitinhaber des Geschäfts, das er zu hohem Ansehen über die Region hinaus führte.

Im Laufe der Jahre wurden die Anfälle seines Nervenleidens zunehmend unerträglich und führten ihn "bis an die Tür des Irrenhauses", wie Just selbst sagte. Keine Behandlung führte zum Erfolg und so entschloss sich Just, sich selbst mit der Medizin zu beschäftigen und nach alternativen Methoden zu suchen. Sein Beruf bot ihm ausreichend Gelegenheit und umfangreiche Literatur. Jede ihm aussichtsreich erscheinende Therapie probierte er aus: Er wusch sich mit "Gesundheitsseife", trug Wollkleider und tat nur das, was er für gesund hielt. Sein Leidensweg brachte ihn unter anderem auch in Kontakt zu den Heilmethoden von Sebastian Kneipp und Louis Kuhne, nach denen er strikt lebte.

Der Umzug aufs Land, verbunden mit körperlicher Arbeit in der freien Natur und einfacher Kost verbeßerten seinen Zustand merklich. Bestärkt durch diese Erfahrungen suchte Just zunehmend nach Möglichkeiten, so natürlich wie möglich zu leben. Seiner Ansicht nach hatten die Menschen im Laufe der Jahrhunderte, bedingt durch Aufklärung und technischen Fortschritt, den Bezug zur Natur verloren. Diesen Einklang galt es wiederherzustellen, denn: "Alle Menschen, die etwas leisten wollen, nehmen die Natur zur Hilfe. Gott ist so nahe, und die Handvoll Erde, das Wasser, die Luft und die Sonne sind auch so nah."

Belächelt von seinen Mitmenschen ließ er sich inmitten eines Waldes eine "Lichtlufthütte" errichten, die bis zu einem Meter Höhe aus Ziegelmauerwerk und darüber aus gitternetzartig angeordneten Holzlatten bestand. Ein Dach schütze vor Niederschlägen. Tag wie Nacht frischer Luft ausgesetzt, schlief er auf dem Boden und ernährte sich vor allem von Nüßen sowie von rohem Obst und Gemüse, Früchten und Beeren aus dem Wald. Justs erfolgreiche Eigentherapie sprach sich herum, die Schar begeisterter Gleichgesinnter wuchs. Sie drängten ihn, eine eigene Naturheilanstalt für das von ihm entwickelte Verfahren zu eröffnen.

Der Jungborn

Am 21. Juni 1896 war es soweit: Auf dem anfangs knapp zehn Hektar großen Areal im Eckertal bei Stapelburg errichtete Just zwei nach Geschlechtern getrennte Lichtluftparks mit offenen und geschloßenen Lichtlufthäuschen. Eine Gärtnerei stellte die Versorgung mit Obst und Gemüse sicher, auf dem 2,5 Hektar großen Jungbornacker wurden Getreide und Kartoffeln angebaut. Der Jungbornackerhof beherbergte Pferde und andere Nutztiere und verfügte über einen Fuhrpark mit Wagen und Kutschen. So war für alles gesorgt, damit sich die Kurgäste voll und ganz einem Leben im Einklang mit der Natur widmen konnten: Wasser, Erde, Licht und Luft als Quell für Gesundheit und Wohlbefinden. Unter der Leitung seines Bruders Rudolf Just (1877 - 1948) entwickelte sich der Jungborn schnell zur größten Naturheilstätte in Deutschland mit bis zu 350 Patienten täglich.

Franz Kafka, der im Juli 1912 Gast im Jungborn war und dort seine Schaffenskrise überwand, schrieb in seinem Reisetagebuch: "Nackte liegen still vor meiner Tür. Alle bis auf mich ohne Schwimmhose. (...) Wie ein wildes Tier jagt plötzlich ein nackter Greis über die Wiese und nimmt ein Regenbad. (...) Heute früh: Waschen, Müllern, gemeinsames Turnen, Singen einiger Choräle. Ballspiel im großen Kreis (...)." über Adolf Just schrieb Kafka: "Dieser alte, blauäugige Adolf, der alles mit Lehm heilt und mich vor dem Arzt warnt, der mir Obst verboten hat."

Prof. Dr. Karl Kötschau schrieb über den Jungborn: "Es war etwas fundamental Neues, das Adolf Just entdeckt hatte. Wohl gab es längst Wasser- und Luftkuranstalten. Das Neue aber, das Just hinzugefügt hatte, war die Erkenntnis, dass; auch die Erde von großer Bedeutung für die Gesundheit des Menschen war. Ihm lag daran, die Verbindung des Menschen mit der Erde wiederherzustellen."

Anfang der 40er Jahre des 20. Jahrhunderts geriet der Jungborn in die Wirren des Zweiten Weltkriegs. So wurde die Anlage als Lazarett für die Wehrmacht und von Dezember 1943 bis März 1945 im Rahmen der Kinderlandverschickung genutzt. Damals wurden die städtischen Schulkinder aus Angst vor Bombenangriffen auf die umliegenden Dörfer verteilt. Nach dem Krieg war das Jungborn-Gelände Teil der sowjetisch besetzten Zone und beherbergte zunächst eine Tuberkulose-Heilstätte der Provinz Sachsen. 1960 bis 1962 noch als Altersheim genutzt, fiel der Jungborn 1964 im Zuge der Maßnahmen zur Sicherung der innerdeutschen Grenze der Abriss-birne zum Opfer.

"Kehrt zur Natur zurück!"

1896, im Jahr der Jungborn-Gründung, veröffentlichte Adolf Just sein vielbeachtetes Werk "Kehrt zur Natur zurück!" mit dem Untertitel "Die naturgemäße Lebensweise als einziges Mittel zur Heilung aller Krankheiten und Leiden des Leibes, des Geistes und der Seele". Das Werk, das in mehrere Sprachen übersetzt wurde, beschreibt in einer medizinisch-philosophischen Betrachtung die naturgemäßen Methoden zur Erlangung bzw. Bewahrung der Gesundheit.

So schreibt Just u. a. über die natürliche Lebensweise: "Auf welche Weise bei der Wiederbefolgung der Naturgesetze die Heilung in unserem Körper vor sich geht, darüber lassen sich nur Hypothesen aufstellen, Genaues wißen wir darüber nicht und brauchen auch nicht zu wissen. (...) Thatsache ist, dass in der vollständig ungestörten reinen Natur alles schön und gut, d. h. gesund ist, und dass auch beim Menschen in demselben Maße, wie er zur Natur und ihren Mitteln zurückkehrt und je nach Belastung und noch vorhandener Lebenskraft schneller oder langsamer alle Störungen und Abweichungen von seinem ursprünglichen idealen Zustand in Körper, Geist und Seele gehoben und wieder ausgeglichen werden. Wenn wir deshalb die Vorschriften der Natur in jeder Hinsicht sorgfältigst wieder zu erkennen suchen und diese, soweit körperliche und geistige Kräfte und sonstige Umstände es uns irgendwie gestatten, mit Ernst und Eifer zu befolgen streben, genügen wir einer Pflicht, wodurch sich das möglichst Beste für unser Wohl von selbst ergibt. (...) Bei allen Krankheiten, bei akuten wie chronischen und auch bei Wunden ist körperliche und geistige Ruhe eine große Hauptsache, denn der Körper hat dabei alle seine Kräfte zum Heilen nötig."

(Ein Nachdruck von "Kehrt zur Natur zurück" kann bei der Heilerde-Gesellschaft Luvos Just GmbH & Co. KG, Otto-Hahn-Straße 23, 61381 Friedrichsdorf, zum Preis von 19,90 Euro inkl. Versandkosten bestellt werden.)

Wiederentdeckung der Heilerde

Seine medizinischen Erfolge und sein Forscherdrang führten Just zur Anwendung von Lehm als universelles Heilmittel. Angeregt durch den Universitäts-Professor Geheimrat Dr. Julius Stumpf, der Bolus alba bei der Behandlung von Durchfällen, Ruhr und Cholera einsetzte, suchte Just nach einer geeigneten Erde, die sich sowohl innerlich wie auch äußerlich einsetzen ließ. Es ist der Verdienst von Adolf Just, ein Verfahren zu etablieren, bei dem Löß durch thermisch-mechanische Aufbereitung einen solch feinen Verteilungsgrad erreicht, dass die Sorptionseigenschaften gegenüber dem unbehandelten Material deutlich verbessert sind.

In der Nähe seiner Wirkungsstätte Blankenburg fand Just ein Löß vorkommen, das seinen Anforderungen entsprach; Löß ist ein Sedimentgestein mit Ursprung aus der Eiszeit. Intuitiv nannte er diesen Löß "Heilerde", ein Begriff, der bis heute im Sprachgebrauch verwendet wird. 1898 führte er die äußerliche Anwendung der Heilerde ein, 1918 gelang ihm der Durchbruch, die Heilerde auch innerlich anwenden zu können. Im selben Jahr gründete er die "Heilerde-Gesellschaft Luvos Just", die noch heute Heilerde-Produkte herstellt und vertreibt.

Justs Heilerde entwickelte sich rasch in Deutschland und im benachbarten Ausland zum Inbegriff für ein natürliches Therapeutikum bei Magen-Darm-Problemen und zur Behandlung von Haut- und Muskelerkrankungen. Namhafte Ärzte im In- und Ausland griffen Justs Heilerdeanwendungen auf. Heute ist Luvos Heilerde das einzige in Deutschland zugelassene Naturarzneimittel mit dem Wirkstoff Heilerde gegen Sodbrennen, säurebedingte Magenbeschwerden und Durchfall.

Das Verdienst von Adolf Just

Adolf Justs Bruder Rudolf schrieb anlässlich seines 75. Geburtstags in den "Jungborn-Blättern": " Was für ein Verdienst hat Adolf Just nun um die Menschen? Darüber lässt sich ganz kurz sagen: Er hat Gesunde und Kranke eindringlichst aufgefordert, sich wieder unmittelbar unter die Gesetze der Natur zu stellen. Um sie von der Wichtigkeit und von dem höheren Wert natürlichen Lebens und natürlicher Ernährung zu überzeugen, hat er selbst unter größten Opfern in eiserner Selbstzucht ein strenges Leben in und mit der Natur geführt. Er hat eine Stätte geschaffen, wo Gesunde sich erholen und Kranke genesen können, eine Stätte, die ein Beweis für die Durchführbarkeit und Richtigkeit seiner Ideen ist und zur Schule für naturgemäßes Leben wurde. Adolf Just hat die Kranken zur Selbstbesinnung aufgefordert, indem er ihnen klarmachte, dass sie gesund werden könnten, wenn sie die Heilkräfte der Natur auf sich wirken ließen und ihnen ihr volles Vertrauen schenkten, wenn sie nicht passiv die Hände in den Schoß legten und warteten, sondern aktiv an der Genesung mitarbeiteten (...)."

Heute gilt Adolf Just als Pionier der Naturheilkunde, sein Buch "Kehrt zur Natur zurück!" als Standardwerk. Eine Entwicklung, die sich am Anfang seines Schaffens nicht abzeichnete. Im Gegenteil. 1907 wurde Just sogar der Prozeß gemacht wegen der "Verwendung der Erde auf frischen und alten Wunden." überzeugt von seinem Weg entgegnete Just in seinem Schlußplädoyer: "In 20 Jahren werden vielleicht an dieser Stelle Leute verurteilt, die Wunden behandeln und keinen Lehm genommen haben."

Große Anerkennung fand sein Werk in Nordamerika, wo ihm 1926 von der Hochschule für Naturheilkunde in New York das Diplom des "Doctor of Naturopathy" verliehen wurde.

Am 20. Januar 1936 starb Adolf Just im Alter von 77 Jahren, sein Gedankengut lebt in der Heilerde-Gesellschaft und im Engagement des wiederbelebten Jungborn in Stapelburg fort.



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