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Blankenburg

Die Blütenstadt am Harz!

Foto: Jana Böhme

23.09.2019

Eine Initiative für Blankenburg erhält Adolf-Just-Preis 2019

Einst waren auch in Blankenburg Zwerge beheimatet, wegen ihrer Tarnkappe unsichtbar für die Menschen, denen sie unerkannt mit kleinen Diensten hilfreich waren. Als sie aber eines Tages für diese Dienste einen kleinen Lohn einforderten, kam es zum Streit mit den Menschen und die Zwerge verschwanden aus der Stadt – auf Nimmerwiedersehen. So berichtet es die Sage und so erzählte es Bürgermeister Heiko Breithaupt dem Publikum im Georgenhof bei der diesjährigen Verleihung des Adolf-Just-Preises.
Wieder blieb es bis zum Schluss spannend, denn durchgesickert war nichts. Bald wurde aber deutlich, auf wen die Geschichte von den hilfreichen Zwergen gemünzt war: "Eine Initiative für Blankenburg“ ist der Träger des Adolf-Just-Preises 2019. Zwar sind die fleißigen Helferinnen und Helfer um Andreas Meyer weder Zwerge, noch unsichtbar, noch verlangen sie einen Lohn. Seit 2012 sind sie genau wie ihre Vorbilder aus der Sage mit vielfältigen Aktivitäten um das Wohl der Stadt bemüht.
Gegründet wurde die Initiative 2012 von Andreas Meyer und Karsten Schubert. Begonnen hatte alles mit der Blankenburger „Kehrwoche“, bei der sich freiwillige Helfer die Dreckecken der Stadt vornahmen und unter anderem den Stadtpark gründlich aufräumten. Schnell kam die Verschönerungsaktionen für Trafohäuschen und Bushaltestellen dazu. Die Initiative schaffte Sitzbänke an und stellte sie in der Stadt auf.
Auch zu Themen der Stadtplanung und -entwicklung brachten sich ihre Mitglieder ein: Sie entwickelten ein Verkehrswege- und Parkraumkonzept für die Altstadt und diskutierten ihre Vorschläge mit Vertretern der Stadt. Anregungen wurden umgesetzt und so hieß es bereits im Juni 2013 „Endlich freie Fahrt am Schnappelberg!“, nachdem dort die Einbahnstraßenregelung aufgehoben worden war. Die  Einrichtung eines verkehrsberuhigten Bereichs in der Altstadt folgte etwas später. Auch an der Aufstellung des Integrierten Stadtentwicklungs- und Regionalkonzepts ISREK wirkte die die Initiative mit.
Neben den eigenen Projekten suchen Andreas Meyer und seine Mitstreiter die Zusammenarbeit mit anderen Veranstaltern, zum Beispiel beim „Löwenstarken Kinderfest“ und beim Sternthaler-Weihnachtsmarkt. „Mitmachen statt meckern“ hieß es vor einigen Jahren, als mit Unterstützung durch die gleichnamige Serie des MDR die Bemühungen um den Bau einer  BMX-Strecke im Regenstein wieder aufgenommen wurden.
„Dass wir als einfache Bürger einmal aktiv das Stadtbild prägen würden, haben wir nicht erwartet, als wir im Jahre 2012 erstmals in einem Blankenburger Keller zusammentrafen“, sagen die Gründer der Initiative nicht ohne Stolz – und der ist sicher berechtigt. „Das erste Treffen war von Diskussionen über Missstände in der schönen Harzer Heimatstadt geprägt“, erinnern sie sich. Ein Konsens war schnell gefunden:  „Wir waren uns einig, dass wir etwas bewegen und zum Mitmachen anregen wollen, anstatt nur über Probleme zu meckern.“
Der Adolf-Just-Preis wird gemeinsam von der Stadt Blankenburg (Harz) und der Heilerde-Gesellschaft Luvos Just seit dem Jahr 2002 an Einzelpersonen, Vereine und Gruppen verliehen, die sich um die Stadt verdient gemacht haben. Er erinnert an den Naturheilkundler Adolf Just, der 1896 im Eckertal die Heilstätte „Jungborn“ gegründet hatte, die seinerzeit Menschen aus ganz Europa anzog, unter ihnen viele Prominente. Ab 1918 ließ Just in Blankenburg in einer Produktionsstätte am Kallendorfer Weg Heilerde herstellen. Heute kommt das Produkt aus der Nähe von Frankfurt am Main. Vertreten wurde die Heilerde-Gesellschaft in diesem Jahr von ihrem kaufmännischen Leiter Helmut Schmidt.
Die diesjährige Preisverleihung fand im Rahmen eines Sommerfests im Georgenhof an der Herzogstraße statt. Der Träger des evangelischen Zentrums, die Stiftung Georgenhof, gehört ebenfalls zu den Preisträgern und hat die Auszeichnung 2008 erhalten.
Heiko Breithaupt und Helmut Schmidt übergaben den mit 2500 Euro dotierten Preis an Andreas Meyer, der zusammen mit Mirjam Dahl Pedersen und Hendrikje Wiards zur Verleihung gekommen war. Andreas Meyer bedankte sich im Namen der Initiative für die Ehrung. Er wünschte sich, noch mehr Menschen „mitzunehmen“, bei der Gestaltung einer lebenswerten Stadt. Als nächstes werde sich die Initiative in die geplante Umgestaltung des Stadtparks einbringen, kündigte er an.

Weitere Informationen

Bürgermeister Heiko Breithaupt, Hendrikje Wiards, Mirjam Dahl Pedersen und Andreas Meyer von der Initiative für Blankenburg sowie Helmut Schmidt, kaufmännischer Leiter der Heilerde-Gesellschaft Luvos Just (v.l.).